Die Geschichte des Stadttheaters Schaffhausen beginnt mit dem Schaffhauser Kaufmann Johann Conrad Im Thurn (1809–1882), welcher mit einem eigenen Handelshaus in London zu grossem Reichtum gelangt war. Im Thurn gründete 1864 eine Stiftung in seinem Namen, die «der ästhetischen und wissenschaftlichen Ausbildung der Jugend» dienen sollte. Aus dem Stiftungskapital wurde das erste Schaffhauser Stadttheater gebaut, das nach dem Stifter «Imthurneum» genannt wurde.
Das Gebäude beherbergte die Musikschule und einen Konzert- und Theatersaal und wurde am 16. Januar 1867 mit Friedrich Schillers Schauspiel „Die Jungfrau von Orleans“ eingeweiht. Der Spielplan des ersten Jahres reichte von Shakespeare über Goethe und Schiller bis zu beliebten Possen mit Gesang und Tanz. In die Besucherabonnements, die damals schon bestanden, waren auch die Konzerte des Musik-Collegiums einbezogen. Das Imthurneum entwickelte sich rasch zum kulturellen Zentrum der Stadt.